Aktuelle Malerei

Mit einer Wiederaufnahme und Weiterentwicklung verschiedener malerischer Themenstellungen ging es nicht zuletzt um die Frage des aktuellen Potentials abstrakter und konstruktivistischer Traditionen.
Wenn man einmal den russischen Konstruktivismus als Glauben an die Möglichkeit einer radikalen solidarischen Erneuerung interpretiert und die westliche Abstraktion als Versuch, universale Konzepte zu propagieren, dann sind heute von mehreren Seiten Zweifel an der Tragfähigkeit dieser Traditionen angebracht. Auf der anderen Seite bildet die Frage nach einer künstlerischen Antwort auf unsere Zeit noch immer die eigentliche Herausforderung, auch für die Malerei, da andernfalls mit einem postmodernen Verständnis der nur milieuspezifisch relevanten Ausdrucksformen bzw. eines Voyeurismus sich gegenseitig relativierender Kulturen die Frage nach einer umfassenden Orientierung von seiten der Kunst unbeantwortet bliebe.
Dies bildete die Basis für die Arbeit mit bildnerischen Elementen und ihren Wirkungen, die nicht begrifflich vorstrukturiert sind. Die Ratio ist zwar evidentermaßen maßgeblich beteiligt, es wird aber ihr entgegen auf dem Wahrnehmungsprozess als unabhängiger Instanz insistiert. Als tendenzielle Nebenabsicht wird dabei eine Kritik der Ratio selbst inauguriert, etwa in dem Sinn, dass auch sie auf Vorgaben gründet, die ihrem Rahmen vorausgesetzt werden müssen. Was dabei der Einsatz, das Begehren, das Unbewusste oder die notwendige Voraussetzung ist, das wären Fragen, die sich dann im Prozess der Auseinandersetzung konkretisieren müssten.


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Michael Hauffen

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